Interkulturelle Gewaltprävention durch Tanztheater in Hamburg Wilhelmsburg

 

Herzlich Willkommen!

Wir bewegen uns zwischen Kunst, Wissenschaft und Pädagogik Wir bearbeiten konkrete Konflikte. Wir thematisieren soziale Ungleichheit und konkrete Diskriminierung. Wir führen Kinder und Jugendliche in eigene künstlerisch-ästhetische Produktionen. Wir verstehen unsere Arbeit als politische Bildung in der Schule vor einem wissenschaftlichen Hintergrund.

Für LAG Kinder- und Jugendkultur- Info Nr. 12 - Erscheint im Januar 2008

Kunst Bildung und Wissenschaft unter einem Dach

crearTaT e. V. hat die Vision einer Akademie für Kinder und Jugendliche in Wilhelmsburg. KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und PädagogInnen agieren auf der Schnittstelle Schule, Stadt und internationalem Raum.

Irinell Ruf, Choreographin und Soziologin, verbindet diese Felder schon viele Jahre. Sie initiierte u. a. „Wohin mit meiner Wut?“ Interkulturelle Gewaltprävention durch TanzTheater in allen Schulformen. Multiplikatorenfortbildung, Curriculare Beratung und Evaluation sind interdisziplinär in das Konzept verwoben. Die Klassen erleben über 4 Tage Tanztheater als Projekte im Fluss zwischen Wahrnehmung und Reflexion. Persönlichkeitsentwicklung und Sprachförderung werden dabei explizit miteinander verbunden. Schülerinnen und Schüler entwickeln die Szenen selbst und zeigen sich und ihre Potenziale abschließend einem Publikum.

crearTaT e.V. rückt die Gestaltungsfelder Ganztagsschule und Stadtteil ins Blickfeld. Die künstlerische Projekt-Arbeit verknüpft soziale und interkulturelle Kompetenzen. Junge Menschen spiegeln sich ihre Kreativität. Im Prozess erleben sie Toleranz und demokratisches Handeln. Reale Teilhabe fördert die Fähigkeit zu Partizipation.

Mit der Idee, die interdisziplinär wirkende „academie crearTaT- Kunst interkulturell mit jungen Menschen“ in Wilhelmsburg auf den Boden zu stellen, sollen nun nachhaltig wirkende Bildungskonzepte entwickelt und umgesetzt werden, um - im Sinne der Bildungsoffensive Elbinseln -  dazu beizutragen, die Bildungssituation besonders sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Wilhelmsburg zu verbessern. Uns unterstützen: Die BürgerStiftung Hamburg, die Quartiersoffensive "Lebenswerte Stadt Hamburg" des Hamburger Senats, die Heidehof-Stiftung, die Kinder- und Jugendstiftung Jovita und der Impulsfonds kulturelle Bildung.

Im August  wurde uns der 1. Preis des IBA-Wettbewerbs Innovative Bildungskonzepte verliehen, um das Pilot-Projekt der academie crearTaT „Wir, das ist das, womit ich lebe“ zu realisieren. Eine türkische Fotografin wird Jugendliche – ehemalige TuSch-Schüler der GHR-Schule Fähstraße - und ihre Lieblingspersonen portraitieren. Die konkrete Biographiearbeit und die eigenständige künstlerische Auseinandersetzung münden in eine von den „kids“ selbst entwickelte Tanz-Theater-Produktion. Die Fotos werden ausgestellt und dienen auch als Bühnenbild. Der Prozess ruft dazu auf, Herkunft und Geschichten zu beleben. Fragen der Identität und Persönlichkeitsentwicklung, der Partizipationskultur und des respektvollen Umgangs spielen hier wie in den anderen Projekten des crearTaT e.V. eine zentrale Rolle. Das Gemeinsame entsteht in der Interaktion der künstlerischen Gestaltung und einer emotionalen Ausdrucksfindung zur Erfahrung der eigenen wie der „fremden“ Biografie. Mutter- und Zielsprache und die Vielfalt künstlerischer Sprachen tragen zum Selbstverständnis sowie zum gegenseitigen Verständnis der jungen Menschen bei. Die Produktion soll „auf den Brettern, die die Welt bedeuten“ zu sehen sein.

Die academie crearTaT verbindet Schulentwicklung mit Kunst. Sie schafft Zeit und Raum für die Produktion von „Gesamtkunstwerken“, in denen Tanz, Theater, Malerei, Medien und Musik zum Tragen kommen. 2008 startet eine erweiterte Lehrerfortbildung und eine Ausbildung zum Trainer der „Wohin mit meiner Wut?“- Projekte. Ziel ist es, einen eigenen Forschungsbereich aufzubauen: „Wie lassen sich Prozesse der ästhetischen Bildung abbilden?“ Diesen und anderen Fragen gehen wir in der academie crearTaT nach, so wie wir der internationalen Vernetzung freudig entgegensehen.

Irinell Ruf